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Können Crems gegen Orangenhaut helfen ?

Orangenhaut: Was wirklich hilft

Was tun gegen Dellen an Oberschenkeln, Bauch & Co?   Orangenhaut ist ein weit verbreitetes weibliches Leiden: Bei 80 Prozent der Frauen bilden sich irgendwann im Lauf des Lebens mehr oder weniger ausgeprägte Dellen an Oberschenkeln, Po, Hüften, Bauch und Oberarmen. MEDIZIN populär über Ursachen, Möglichkeiten der Vorbeugung und die wirksamsten Therapien.   Von Mag. Sabine Stehrer
Gegeben hat es sie wohl schon immer, benannt wurde sie allerdings erst im Jahr 1973, und zwar von der französischen Frauenzeitschrift „Vogue“: die Orangenhaut. 80 Prozent der Frauen sind irgendwann im Lauf ihres Lebens von Cellulite betroffen. Bei den einen bilden sich schon im Teeniealter, bei anderen mit 20, 30, 40 oder auch erst 50 Jahren an den Oberschenkeln, am Po, aber auch an den Hüften, am Bauch und an den Oberarmen leichte Dellen, die nach und nach immer ausgeprägter werden, bis die Haut von ihrer Struktur her tatsächlich so aussieht wie die Oberfläche von Orangenschalen.
Zellen machen Dellen
Wie kommt es zu dieser Veränderung? Das erklärt die Wiener Allgemeinmedizinerin Dr. Monika Fuchs, die auch Spezialistin für ganzheitliche und ästhetische Medizin ist: „Vereinfacht gesagt entsteht Orangenhaut, indem sich Fettzellen durch das Bindegewebe hindurchdrücken und an der Hautoberfläche als Dellen sichtbar werden.“

Dies kann aus zwei Gründen der Fall sein. Entweder die Fettzellen sind um ein Vielfaches größer geworden und treten deswegen durch das Bindegewebe nach außen. Oder die Fettzellen behindern durch den Druck auf das Gefäßsystem der Blut- und Lymphbahnen die Durchblutung der Haut und den Fluss der Lymphe: Das macht den Abtransport von Stoffwechselschlacken und Zellflüssigkeit schwer, die Fettzellen werden immer praller und treten an der Hautoberfläche hervor.

„Meistens ist nicht das eine oder andere schuld am Entstehen der Orangenhaut, sondern die Cellulite wird durch einen Mix aus verschiedenen Mechanismen verursacht“, sagt Dr. Fuchs und erklärt, was die genannten Mechanismen in Gang setzen kann: „Die Hauptursache für Cellulite bei Frauen ist die Tatsache, dass das Bindegewebe locker ist, um sich bei einer eventuell eintretenden Schwangerschaft entsprechend ausdehnen zu können.“ Ob Cellulite entsteht, und wenn ja, wann und in welcher Ausprägung, das sei, so Dr. Fuchs, „in erster Linie genetisch bedingt“. Hat die Mutter eine deutlich sichtbare Orangenhaut an Bauch und Hüften, muss die Tochter damit rechnen, irgendwann auch davon betroffen zu sein. Ist die Mutter ein gynoider Typ, der oben schlank ist, an Po und Oberschenkeln aber zu Fettansammlungen und Orangenhaut neigt, ist man ebenfalls äußerst anfällig für die unerwünschten Veränderungen.

Ein weiterer Faktor, der das Entstehen von Cellulite wesentlich begünstigt, ist ein Lebensstil, der von Bewegungsmangel und fettreicher Ernährung geprägt ist. Aber auch Hormonschwankungen, wie sie während einer Schwangerschaft oder beim Eintritt in die Wechseljahre vorkommen, und negativer Stress können zu einer verstärkten Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe und in der Folge zu Cellulite führen.

„Nur“ ein ästhetisches Ärgernis
Manchmal kann Orangenhaut Krankheitserscheinungen nach sich ziehen und zur Bildung von Krampfadern oder Thrombosen führen, manchmal tut auch die Haut bei Belastungen weh, wie sie etwa beim Seilspringen entstehen, oder wenn man die Haut zusammendrückt. Für das Gros der Betroffenen stellt die Orangenhaut aber kein physisches Problem dar, sondern ist ein ästhetisches Ärgernis, das die Psyche belastet. Die Betroffenen entwickeln Hemmungen und fühlen sich schlimmstenfalls so unattraktiv, dass sie meinen, sich nicht mehr im Badeanzug oder im Bikini zeigen zu können, geschweige denn nackt.

Gut, dass man sich heutzutage nicht mehr mit Orangenhaut abzufinden braucht. Es gibt eine ganze Reihe von Mitteln und Methoden, die dabei helfen, die Haut wieder zu straffen und das Bindegewebe zu kräftigen, wodurch sich dann auch die Dellen zurückbilden.

Was am besten hilft? „DIE beste Methode, die bei jeder Frau gleich gut wirkt, gibt es nicht“, sagt Dr. Fuchs. „Es gibt nur Behandlungspakete mit verschiedenen Elementen, die genau auf die individuellen körperlichen Gegebenheiten und die Bedürfnisse der jeweils Betroffenen abgestimmt sind, und die auch die jeweiligen zeitlichen und finanziellen Ressourcen berücksichtigen.“ Da Orangenhaut nicht als Krankheit betrachtet wird, werden die Behandlungen auch nicht von den Krankenkassen bezahlt, die Kosten müssen aus eigener Tasche getragen werden.

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Mittel und Methoden gegen Cellulite
Aus medizinischer Sicht gelten folgende Behandlungselemente im Kampf gegen Cellulite als erfolgversprechend:
Um Fettzellen zu zerstören und das Bindegewebe zu entstauen und zu stärken, empfiehlt sich die Mesotherapie. Dabei werden über Wochen verteilt in mehreren Sitzungen Wirkstoffe über Injektionen mit kleinen Nadeln in die Haut gespritzt. Dr. Fuchs: „So kommen Anti-Cellulite-Wirkstoffe wie Kieselerde, Koffein oder Vitamin C und auch das von der Fett-Weg-Spritze her bekannte Phosphatidylcholin dorthin, wo sie wirken sollen.“ Die Methode sei kaum schmerzhaft, „man spürt nur die Nadelstiche und hat nach der Behandlung ein Spannungsgefühl“.
 
Eine andere Möglichkeit, gegen Orangenhaut anzukämpfen, ist die Cellulipolyse, die seit 1987 angewandt wird und deren Wirkung auch schon wissenschaftlich bewiesen ist. Eine Studie mit 50.000 Teilnehmerinnen aus Frankreich zeigte, dass mit der Cellulipolyse bei 85 Prozent der Frauen eine dauerhafte Glättung der Orangenhaut erreicht werden konnte. Zusätzlich verloren die Frauen an den betroffenen Körperteilen im Durchschnitt zwei bis sechs Zentimeter Umfang. Bei der Cellulipolyse werden über Elektroden leichte Stromstöße in das Fettgewebe geschickt. Das reduziert die Größe der Fettzellen und macht so die Haut glatter.

Lymphdrainagen, Massagen und Wickel, die das Gewebe stärken und die Haut straffen, „sind optimale Begleitmaßnahmen zur Mesotherapie“, sagt Dr. Fuchs. 
Auch eine ideale Ergänzung: Bewegung, und zwar sanftes Ausdauertraining und gezieltes Training der Muskeln, die unter den betroffenen Hautstellen liegen. Dr. Fuchs: „Muskeln tragen zu einer Kräftigung des Bindegewebes bei. Sind sie besser ausgebildet, können sie das eingelagerte Fett besser in Form halten. Die Dellen werden dann automatisch kleiner.“
Was ebenfalls zum perfekten Behandlungspaket gehört, ist eine Ernährung mit möglichst naturbelassenen Lebensmitteln sowie viel frischem Obst und Gemüse, Eiweiß und Vollkornprodukten.
Hat eine Frau Fettansammlungen, die jeder Diät und jedem Training trotzen, sei auch eine Fettabsaugungüberlegenswert, meint Dr. Fuchs: „In weiteren Behandlungsschritten können dann das Bindegewebe gekräftigt und die Haut gestrafft werden, bis die Dellen verschwinden.“

Krankhafte Hormonstörungen, die ebenfalls hinter der Entstehung der Orangenhaut stecken können, muss man mitbehandeln, um einen Behandlungserfolg zu erzielen.
Lieber bleiben lassen sollte man Maßnahmen wie die Mesotherapie gegen die Orangenhaut, wenn man an Erkrankungen wie Blutgerinnungsstörungen oder Multipler Sklerose leidet, sagt Dr. Fuchs. Hat man Hauterkrankungen über der Orangenhaut, dann müsse auch von Lymphdrainagen, Wickeln und Massagen abgeraten werden.

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